SPECIMEN

Einflüsse:

Wim Crouwel
new alphabet

P22 De Stijl

Jurriaan Schrofer (1926–90)
Restless Typographer
Unit Editions

Bauhaus Corporate Design 2019
Sascha Lobe

Vera Molnar
Promenades en carré
Ausstellung im Museum Ritter

Dirk Wachowiak
AF Generation

Nik Thönen
FRAC
Im März 1999 begegnete ich bei einem Spaziergang zum ersten mal der ‘mettfeld’. Ich hatte eine Anstellung als Grafiker bei der Agentur erdmannpeisker in Biel angetreten und erkundete nach Feierabend meine neue Stadt – Biel/Bienne. Die Stadt war voll von interessanter angewandter Schweizer Typografie der 60/70/80er Jahre – das beigeisterte mich sehr.

In einem Wohnquartier am Stadtrand sah ich eine Leuchtreklame. Sie war so pur und geometrisch gestaltet und hatte doch eine besondere Aura für mich, als ich sie länger betrachtete. 

Seit dieser ersten Begegnung im Jahre 1999 in Biel bin ich ähnlichen Schriftzügen an zahlreichen anderen Orten in verschiedenen Ländern begegnet. Bei jedem Mal war ich überrascht darüber und versuchte Gemeinsamkeiten und die Herkunft herauszufinden. Ich vermutete zuerst, dass es sich um eine robuste Reklameschrift handeln könnte, die in den 50/60er-Jahren in der Gebrauchs- und Werbegrafik angewendet wurde.

Diese Einfachtheit beeindruckte mich so nachhaltig, dass sich mir zwei Fragen stellten. Wieviele und welche eindeutigen Formdetails eine Schrift aufweisen muss, damit sie leserlich ist und ihre Buchstaben für jedermann eindeutig sind. Ist es möglich eine radikal reduzierte Schrift mit mehreren Schriftschnitten zu gestalten, die mit einem Minimum an Formdetails von Winkel und Schrägen eine angenehme Schrift ist? Keine Raster- oder Pixelschrift, die ausschliesslich mathematisch konstruiert ist. Mir schwebten 4 Schriftschnitte vor, die ich als Monoline-Schrift (aus einer Skelettlinie erweitern sich die Schriftschnitte) aufbauen wollte. Die Schrift ‘Post Mono’ von Shiftype war die Inspiration dafür.